Südafrika im November 2019: von Durban in die Drakensberge (Teil 2)

B. Drakensberge und Sanipass Nach einer Woche im Umhlanga mit drei verregneten Tagen machten wir uns auf in Richtung Drakensberge.

Das Städtchen Underberg ist der Ausgangspunkt für die Touren in die Drakensberge (Afrikaans Drakensberg) und über den Sanipass ins Königreich Lesotho. Unsere Fahrt ging auf der N2 (sie entspricht einer deutschen Autobahn) bis Durban, dann auf der N3 bis Pietermaritzburg und von dort über Landstraßen bis Underberg. Wir durchquerten das Städtchen und bogen nach ein paar Kilometern rechts ab. Auf einer sehr schmalen und holprigen Straße erreichten wir nach einer guten halben Stunde ( für 25 km) den Komplex Drakensberg Garden, der zu Füßen der Drakensberge liegt. Er besteht aus einem Hotel, mehreren Bungalowanlagen und einem Golfplatz. Wir hatten einen Bungalow im Fairways Drakensberg Resort gebucht, das direkt am Golfplatz liegt und einen fantastischen Ausblick auf die Drakensberge bietet.


Der Bungalow hatte rund 120 m² und besaß eine überdachte Terrasse mit dem obligatorischen Grill, den Braai, den man hier überall findet. Mit Braai (Afrikaans für braten) bezeichnet man die Variante des Grillens, die vor allem in Namibia und Südafrika, gepflegt wird. Der Begriff wird auch für die benötigte Grillausrüstung verwendet, ein alternativer Begriff ist Braaistand. Auch das Grillen als gesellschaftliches Ereignis wird als Braai bezeichnet und ist eine der Lieblingstätigkeiten der Südafrikaner in ihrer Freizeit. An fast allen öffentlichen Bereichen findet man Braaiplätze und Holzkohle oder Briketts kann man in jedem Geschäft und an jeder Tankstelle kaufen.


Blick in Richtung Osten auf das Fairways Drakensberg Resort.

Vom Golfplatz aus Blick nach Westen in Richtung Drakensberge


Zum Wetter: Als wir das regnerische Durban verlassen hatten und auf der N3 nach Westen fuhren, klärte der Himmel auf und es wurde freundlich und warm. Die Drakensberge empfingen uns mit knapp 30 Grad und einem schönen, blauen Himmel, der sich über die kahlen Berge wölbte. So waren wir guter Hoffnung, dass wir am folgenden Tag, an meinem Geburtstag, optimale Bedingungen für die Fahrt über den Sanipass nach Lesotho haben würden.

Diese Fahrt hatte ich mir zum Geburtstag gewünscht.


Der Sanipass verbindet die RSA mit dem Königreich Lesotho, einem selbstständigen Staat, der ganz von Südafrika umschlossen wird. Die meisten Leute fragen verwundet, wenn man erzählt, dass man in Lesotho war: „Wo ist das denn?“ Das Königreich Lesotho ist eine parlamentarische Monarchie im südlichen Afrika und eine Enklave in der Republik Südafrika, gehörte aber nie politisch zu diesem weitaus wohlhabenderen Staat. Die Hauptstadt ist Maseru. Der tiefste Punkt des Landes liegt auf etwa 1390 Metern über dem Meeresspiegel. Die Höhenlage Lesothos ist eine einmalige geographische Gegebenheit: Als einziges unabhängiges Land der Erde liegt das gesamte Staatsgebiet über 1000 Meter, wobei zusätzlich etwa 80 % der Fläche über 1800 Metern liegen. Man muss aus Südafrika ausreisen, natürlich mit Pass und Ausreisestempel, später in Lesotho einreisen (Pass, Einreisekarte und mit Visum), zahlt 40 Rand (ca. 2,50 €) Straßenbenutzungs-gebühr bei der Einreise und später geht es wieder umgekehrt zurück: Aus Lesotho ausreisen und nach Südafrika einreisen. Das ist übrigens völlig problemlos, dauert jeweils 10 Minuten und ist reine Routine für die Immigration Officers beider Länder. Für den Sanipass benötigt man zwingend ein Auto mit 4 x4 und möglichst einer zuschaltbaren Sperre. Bis zur südafrikanischen Grenzstation darf man mit einem normalen Auto fahren, wobei aber nicht jedes Fahrzeug dazu geeignet ist. Bei der Ausreise muss man nachweisen, dass man ein Allradfahrzeug hat; das wird von den Grenzbeamten überprüft. Leihwagen bedürfen einer kostenpflichtigen Genehmigung für eine Fahrt, die man schon bei der Anmietung des Fahrzeugs beantragen muss und ich empfehle, sich die Fahrt über den Pass schriftlich bestätigen zu lassen. Die Kosten für diese Genehmigung liegen bei ca. 50 € und die Grenzbeamten wollen diese Genehmigung sehen und stempeln sie meistens auch ab. Wer ohne diese Genehmigung fährt, verliert den Versicherungsschutz bei Schäden am Wagen.


Die südafrikanische Grenzstation am Fuß des Sanipasses.

Ab hier nur mit Allrad.


(Fortsetzung folgt.)

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