Südafrika im November 2019 (5): Von den Drakensbergen nach Santa Lucia

E. Beware of Hippos at night!

Nach einer zweiten kalten und nassen Nacht in den Drakensbergen (wir konnten aus Hagelkörnern einen kleinen Schneemann bauen), machten wir uns auf in den subtropischen Norden nach Santa Lucia, ein Ort, der direkt an den iSimangaliso Wetland Park anschließt. Außerdem erreicht man von dort aus den Hluhluwe– iMfolozi Park innerhalb einer knappen Stunde (ca. 50 km) Fahrzeit. Übrigens war die Zeitberechnung für die Route von den Drakensbergen nach St. Lucia mal wieder mehr als optimistisch. Man muss schon mit sechs Stunden rechnen.

Wer sich Hippos, Krokodile und Vögel anschauen möchte, ist im Wetland Park richtig; der Hluhluwe– iMfolozi Park ist bekannt für seine Nashörner (Breitmaul und Spitzmaul), sowie für die Elefanten und viele anderen Bewohner der Savannen, die man aus nächster Nähe beobachten kann. Eine Bundesstraße, die R618, trennt den Park in eine Nord- und Südhälfte. Die Bundesstraße sollte man im Bereich des Parks mit Vorsicht befahren. Wir hatten plötzlich große, dampfende Dunghaufen vor uns auf der Straße, das bedeutete Elefanten. Mit Schrittgeschwindigkeit ging es weiter und tatsächlich standen an beiden Seiten der Straße die großen, grauen Rüsseltiere, die sich das üppige Grün schmecken ließen. Wer hier nicht aufpasst und mit solch einem Koloss kollidiert, wird das kaum überleben.

St. Lucia ist ein Ort, der nur aus wenigen Straßen besteht, die schachbrettartig angelegt sind. In der ersten Straße nach der Brücke befinden sich die ganzen Geschäfte, angefangen von SPAR bis hin zu lokalen Obstverkäufern, in den anderen Straßen liegen Resorts und private Häuser. Im Ort trifft man immer mehrere Affenfamilien (Grüne Meerkatzen), Duiker (kleine Antilopen), Zebramangusten und gelegentlich auch ein imposantes Pavianmännchen an, dem man besser aus dem Weg geht. Auf jeden Fall stürzen sich die Hunde des Ortes gerne auf den Affen, der sich dann im Schweinsgalopp auf einen Baum verzieht. Die Hunde ahnen nicht, wie gefährlich er für sie sein kann. Einen offenen Kampf mit einem Pavian würde auch ein großer Hund verlieren. Gewarnt wird überall vor den Hippos. In der Trockenzeit laufen sie nachts im Ort und in den Resorts herum und weiden auf deren Rasenflächen. Man sollte ihnen nicht zu nahe kommen. Die massigen Tiere sehen mit ihren kurzen Beinen behäbig aus, können aber 50 km/h laufen und in Afrika werden jährlich viele Einheimische von den Nil-/Flusspferden getötet. Schaut man sich deren Zähne an, kann man sich vorstellen, was passiert, wenn man von ihnen attackiert wird.



Die Duiker sind sehr scheue, flinke Antilopen, der im Unterholz leben. Schwer zu fotografieren!

Vogelliebhaber kommen auch auf ihre Kosten: Hornvögel, Webervögel, verschiedene Ibisarten und andere, die ich nicht kenne, kann man immer beobachten. Die Grünen Meerkatzen schauen nett aus, sind aber auch mit Vorsicht zu genießen. Auf keinen Fall soll man versuchen, sie zu streicheln oder aus der Hand zu füttern. Sie agieren blitzschnell und haben scharfe Zähne. Wenn man draußen beim Frühstück oder beim Abendessen sitzt, hocken sie auf den Dächern und schauen interessiert zu. Verlässt man den Tisch und lässt Essen stehen, wird sofort geplündert.

In das Maul eines Hippos sollte man besser nicht geraten.


Zebramangusten wieseln durch den Ort und suchen nach Fressbarem.

Jede Mülltonne wird von den Grünen Meerkatzen nach Essensresten durchsucht. Hinterher liegen überall zerrissene Pizzakartons herum; Pizzareste lieben sie besonders.

Interessant ist eine Schifffahrt in den Sonnenuntergang hinein auf dem Lake St. Lucia, die rund 2,5 Stunden dauert. Man wird vom Bungalow abgeholt, erhält Informationen über die Tierwelt des Sees und kommt dann den Hippos sehr nahe. Wir hatten Pech, dass der Wasserstand so hoch war, sodass wir nur ein Krokodil sahen, das versuchte, Gelbe Webervögel zu erwischen. Ins Wasser fallen sollte man nicht in die trüben, brauen Fluten des Lake St. Lucia. Dort leben die Hippos, die eifersüchtig ihre Reviere verteidigen, geschätzte 900 Nilkrokodile und auch Sambesi Sharks (Bullenhaie), die gerne ins Brackwasser kommen.

Ein gelber Webervogel (Yellow Weaver)


Hippos können übrigens nicht schwimmen. Sie liegen schlafend auf dem Grund, kommen alle paar Minuten hoch, atmen laut schnaufend und sinken wieder ab.


Das Croc war scharf auf die Webervögel.


(Fortsetzung folgt.)

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